Wednesday, September 30, 2026
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Forsthelm kaufen: Worauf es in der Schweiz wirklich ankommt

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Forsthelm kaufen
Forsthelm kaufen

Ein Forsthelm wird nicht für zehn Minuten aufgesetzt, sondern für den ganzen Arbeitstag. Er muss sitzen, wenn Sie sich über einen Stamm beugen, den Hang hinaufsteigen und nach oben schauen, um den Kronenbereich zu beurteilen. Und er muss mit Visier und Gehörschutz zusammenarbeiten, statt gegen sie.

Trotzdem wird der Helm meist nach Preis oder Aussehen gekauft. Dieser Beitrag zeigt, welche Normen in der Schweiz gelten, warum die Farbe keine Geschmacksfrage ist, wie Sie den Gehörschutz richtig wählen – und welche Helmsysteme wir bei Wicki Forst dafür führen.

Ein Bauhelm genügt im Forst nicht

Für den Forsteinsatz braucht es kein einzelnes Produkt, sondern ein System aus drei Teilen. Massgebend sind:

  • EN 397 – Industrieschutzhelm. Die Grundnorm für Forsthelme, geprüft auf Stossdämpfung und Durchdringungsfestigkeit. Zusatzangaben wie -30 °C bedeuten, dass der Helm auch bei tiefen Temperaturen geprüft wurde – im Schweizer Winterholzschlag ein sinnvolles Kriterium.
  • EN 1731 – Augen- und Gesichtsschutz aus Geflecht, also das Netzvisier.
  • EN 352-3 – Kapselgehörschützer zur Befestigung am Helm. Die Norm EN 352-1 gilt für Modelle mit Kopfbügel, EN 352-2 für Gehörschutzstöpsel.

Die EKAS-Richtlinie 2134 «Forstarbeiten» verlangt bei der Holzerei das Tragen der vollständigen persönlichen Schutzausrüstung – unabhängig von der Witterung. Ein Bauhelm ohne Visier und Gehörschutz erfüllt das nicht, und bei den Holzerkursen E28 und E29 werden Sie damit nicht auf die Fläche gelassen.

Die Farbe ist keine Geschmacksfrage

Das wird beim Helmkauf am häufigsten übersehen: Die EKAS-Richtlinie schreibt für Helm und Oberkörper Signalfarben vor. Ein weisser oder blauer Helm mag auf der Baustelle üblich sein – im Wald ist er die falsche Wahl, weil Sie im Dickicht und bei Gegenlicht für Ihre Kollegen schlechter erkennbar sind.

Wählen Sie Orange, Leuchtgelb oder Rot. Das kostet nichts extra und ist der Unterschied zwischen «gesehen» und «vermutet» – gerade beim Fällen, wenn jemand den Gefahrenbereich betritt.

Netzvisier oder Polycarbonatscheibe?

Beide haben ihren Platz, und wer beides braucht, kauft beides.

  • Das Netzvisier ist der Standard für die Motorsägenarbeit. Es beschlägt nicht, hält Späne und Äste ab und lässt Luft durch. Der Nachteil: Feine Partikel und Flüssigkeiten kommen durch.
  • Die Polycarbonatscheibe schliesst dicht und schützt zusätzlich gegen feinen Staub, Splitter und Spritzer – wichtig beim Freischneiden, Häckseln und Ausasten mit dem Freischneider. Dafür beschlägt sie bei kaltem Wetter und zerkratzt mit der Zeit. Modelle mit Anti-Beschlag- und Anti-Kratz-Behandlung mildern das ab.

Bei uns finden Sie beides: den Oregon Gesichts- und Gehörschutz mit Maschenvisier als Netzvariante, die Oregon Kombination mit Polyscheibe als geschlossene Variante und das Hellberg Visier mit Anti-Kratz- und Anti-Beschlag-Behandlung.

Gehörschutz: mehr Dämmung ist nicht besser

Der SNR-Wert gibt die durchschnittliche Dämmung in Dezibel an. Viele greifen automatisch zum höchsten Wert – das ist ein Fehler. Wer im Wald zu stark abgeschirmt ist, hört das Knacken im Stamm nicht mehr, überhört Zurufe der Kollegen und nimmt herannahende Fahrzeuge zu spät wahr. Überschutz ist im Forst ein eigenes Risiko.

Für Motorsägenarbeit liegen Werte im Bereich von etwa SNR 25 bis 30 dB in der Praxis richtig. Entscheidend ist ausserdem, dass der Gehörschutz konsequent getragen wird – ein etwas schwächerer Kapselgehörschützer, der den ganzen Tag aufbleibt, schützt besser als ein starker, der nach zwei Stunden hochgeklappt wird.

Drei Bauformen, drei Einsatzzwecke:

Gewicht und Sitz entscheiden über den Nachmittag

Ein Helm mit Visier und Gehörschutz wiegt schnell deutlich mehr als die nackte Schale. Der Unterschied zwischen einem 390-Gramm- und einem 515-Gramm-Helm merken Sie am Morgen nicht – nach acht Stunden mit ständigem Blick nach oben schon. Wer viel im Kronenbereich arbeitet oder in der Baumpflege tätig ist, sollte auf das Gewicht achten.

Prüfen Sie ausserdem:

  • Verstellsystem: Ein 6-Punkt-Kopfband mit Drehrad lässt sich mit Handschuhen nachjustieren, ein einfacher Schiebeverschluss nicht.
  • Grössenbereich: Die üblichen Helme decken etwa 51 bis 63 cm Kopfumfang ab. Messen Sie im Zweifel nach, bevor Sie online bestellen.
  • Belüftung: Belüftungsöffnungen sind im Sommer ein echter Gewinn. Bei elektrischen Gefährdungen kommen sie allerdings nicht in Frage – im reinen Forsteinsatz ist das kein Thema.
  • Winterbetrieb: Eine dünne Mütze unter dem Helm ist zulässig, solange sie den Sitz nicht verändert. Dicke Mützen verschieben das Kopfband und heben den Helm an.

Unsere Empfehlungen

Das Komplettset: Irudek Forsthelm Oreka II Vent

Der Irudek Forsthelm Oreka II Vent bringt Helm, Netzvisier und Gehörschutz in einer Einheit mit. Für alle, die zum Holzerkurs antreten oder einen Helm ohne langes Vergleichen brauchen, ist das die einfachste Lösung: eine Bestellung, ein aufeinander abgestimmtes System, fertig.

Die Alternative: Oregon Schutzhelmkombination Yukon

Die Oregon Schutzhelmkombination Yukon setzt auf einen stossfesten PP-Helm mit sechs Belüftungslöchern, einem an sechs Punkten verstellbaren Kopfband und einem robusten Stahlvisier. Ebenfalls ein fertiges Set – mit etwas kräftigerem Visier.

Modular zusammenstellen

Wer die Komponenten selbst wählen will, startet beim Irudek Helm Oreka: EN 397, geprüft bis -30 °C, 515 g, Grössenbereich 55–62 cm, belüftet, mit Fixierung für Visier und Gehörschutz. Er ist in Leuchtgelb und Rot verfügbar – also in echten Signalfarben – und lässt sich mit dem Hellberg-Gehörschutz und dem Visier Ihrer Wahl kombinieren.

Leicht und hochsichtbar: KASK Plasma HI VIZ

Der KASK Plasma HI VIZ wiegt 390 g und deckt mit dem Kopfband 51 bis 63 cm ab. Für alle, die den ganzen Tag mit dem Helm arbeiten und jedes Gramm spüren – und die auf maximale Sichtbarkeit Wert legen.

Kontrolle, Alter und Ersatz

  • Nach jedem harten Schlag ersetzen. Auch ohne sichtbaren Riss kann die Schale ihre Dämpfungswirkung verloren haben. Ein Helm ist Verbrauchsmaterial, kein Werkzeug.
  • Herstellungsdatum prüfen. In der Schale ist eine Datumsuhr eingeprägt. Die maximale Nutzungsdauer gibt der Hersteller vor – halten Sie sich daran, auch wenn der Helm noch gut aussieht.
  • UV-Alterung erkennen. Ausgeblichene Farbe, matte Oberfläche oder ein kreidiges Gefühl beim Darüberstreichen sind Anzeichen, dass der Kunststoff spröde wird.
  • Kopfband und Kinnriemen kontrollieren. Verschlissene Bänder und ausgeleierte Drehräder sind meist als Ersatzteil erhältlich – fragen Sie nach, bevor Sie den ganzen Helm ersetzen.
  • Visier ersetzen, wenn es zerkratzt oder verbogen ist. Ein zerkratztes Visier verschlechtert die Sicht messbar und wird dann hochgeklappt getragen, was den Sinn zunichtemacht.
  • Keine Lösungsmittel und keine Aufkleber. Beides kann den Kunststoff angreifen. Reinigen Sie mit Wasser und milder Seife.

Beratung in Malters

Ein Helm lässt sich schlecht nach Bildschirm kaufen. Ob das Kopfband drückt, ob die Kapseln bei Ihrer Kopfform sauber abschliessen und ob Sie mit aufgesetztem Gehörschutz noch bequem nach oben schauen können, merken Sie erst beim Aufsetzen. In unserem Ladengeschäft in Malters können Sie die Helmsysteme direkt anprobieren und vergleichen.

Wenn Sie sich für einen Holzerkurs ausrüsten, finden Sie in unserem Beitrag zur Ausrüstung für den Holzerkurs die vollständige Materialliste für E28 und E29. Für ganze Teams und Forstbetriebe sprechen Sie uns auf Mengenkonditionen an.

Häufige Fragen

Welche Norm muss ein Forsthelm erfüllen?

Die Grundnorm ist EN 397. Dazu kommen EN 1731 für das Netzvisier und EN 352-3 für den am Helm befestigten Gehörschutz.

Genügt ein Bauhelm für die Waldarbeit?

Nein. Für die Holzerei ist ein Forsthelm mit Gesichtsschutz und Gehörschutz verlangt.

Welche Farbe soll der Helm haben?

Eine Signalfarbe: Orange, Leuchtgelb oder Rot. Die EKAS-Richtlinie verlangt Signalfarben für Helm und Oberkörper.

Wie hoch soll der SNR-Wert sein?

Für Motorsägenarbeit sind Werte um SNR 25 bis 30 dB praxisgerecht. Ein höherer Wert schirmt so stark ab, dass Warnrufe und Geräusche aus dem Bestand überhört werden.

Wann muss ich meinen Helm ersetzen?

Nach jedem harten Schlag sofort, sonst nach Ablauf der vom Hersteller angegebenen Nutzungsdauer ab dem eingeprägten Herstellungsdatum.

Kann ich im Winter eine Mütze unter dem Helm tragen?

Eine dünne Mütze ja, solange der Helm danach noch korrekt sitzt und das Kopfband nachgestellt wird. Dicke Mützen verändern den Sitz und sind ungeeignet.